Blockchain-Rückblick 2017 – Bitcoin und Innovationen

Bitcoin 2017: Der Siegeszug der Blockchain – Innovation vielfältig nutzbar

Kaum ein anderes Börsenthema bewegte die Gemüter so, wie es Bitcoin & Co. im vergangenen Jahr vermochten: Einerseits legte die Mutter aller Kryptowährungen eine einzigartige Performance hin. Andererseits dürfte die Blockchain-Technologie als Innovation in die unterschiedlichsten Branchen einziehen. Eine kurze Bilanz zum abgelaufenen Jahr.
Der Bitcoinkurs 2017 grafisch aufbereitet von www.finanzen.net/

Die letzten zwölf Monate waren für die meisten der mittlerweile zahlreichen Kryptowährungen ausgesprochen erfolgreich. Allen voran der Bitcoin, der das Jahr bei weniger als 1.000 US-Dollar je BTC begann und im Dezember knapp an der Marke von 20.000 US-Dollar scheiterte. Die Korrektur auf die reichlich 13.000 US-Dollar zum Jahresende trübt die Bilanz zwar etwas ein. Doch unter dem Strich bleibt trotzdem mehr als eine Verdreizehnfachung stehen – und das soll erst einmal ein Asset nachmachen. Mit rund 200 Milliarden US-Dollar, die allein in den Bitcoin geflossen sind, kann sich die Kryptowährung sehen lassen. Die vielen Mitbewerber bringen einen ebenso großen Kapitalzufluss auf die Waage – aber eben nur gemeinsam.

Bitcoin zunehmend im Focus der Öffentlichkeit

Es waren mit Sicherheit auch die Streitigkeiten um diese Innovation, die den Bitcoin im letzten Jahr immer wieder in die Schlagzeilen brachten. Und natürlich die enorme Größe, die ihn als Alternative zum etablierten Finanzsystem immer gefährlicher macht. Als die Kryptowährung im August von der Bitcoin-Gemeinde geteilt wurde, war das Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Darunter finden sich sogar Staaten, die wie China zwar nicht den Besitz, aber den kommerziellen Handel mit der digitalen Währung ganz einfach verboten. Selbst von Betrug war die Rede und von Kündigung, sollten seine Mitarbeiter mit Bitcoin handeln – Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, ließ zunächst kein gutes Haar an der Blockchain-Währung. Nach diesen Aussagen konnte man dann an einer Norwegischen Börse sehen, dass eine Tochterfirma Bitcoins in Millionenhöhe eingekauft haben. Das ist aber eine andere Geschichte.
Gleichzeitig gab es auch die Befürworter. Sie nennen eine derartige, auf der Blockchain-Technologie basierenden Währung eine echte Innovation. Vorallem in Bezug auf Sicherheit, Transparenz und Unabhängigkeit für Finanztransaktionen. Genau das sind offenbar die Punkte, die den Widerstand der Zentralbanken und Geldinstitute erregen und den Medienwald rauschen lassen. Vornehmlich aus Sorge vor Kriminalität und Terrorfinanzierung, so ist es unterschiedlichen Aussagen zu entnehmen. Deshalb befassen sich derzeit die unterschiedlichsten Aufsichtsbehörden, darunter auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, mit der Blockchain-Technologie sowie deren Regulierung und Bewertung. Auch wenn die Ergebnisse noch ausstehen, reagierte der Bitcoin-Kurs auf die Nachrichten mit Einbrüchen. In schöner Regelmäßigkeit korrigierte der Preis um 25 bis 30 Prozent – um sich jeweils schnell wieder zu erholen.

Grenzen der Blockchain machen Innovation notwendig

Was auf der einen Seite die Preise für den Bitcoin nach oben treibt, kann in der Perspektive zum echten Problem werden: dessen Limitierung. Der Quellcode der Kryptowährung an sich ist für eine derartig dimensionierte Nachfrage gar nicht ausgelegt. Jeder Block ist auf ein Megabyte begrenzt, sodass sich wegen der steigenden Zahl an Überweisungen die zu verifizierenden Transaktionen stauen – und teurer werden. Meldungen von tagelangen Wartezeiten und vervielfachten Gebühren machten die Runde.

Unbestätigte Bitcoin-Transaktionen
am 05.01.2018 um 23.39 Uhr – https://blockchain.info/

Genau das waren jedoch die ursprünglichen Alleinstellungsmerkmale, mit denen der Bitcointriumphieren konnte: schnelle, anonyme und billige Überweisungen.

Und dieses Einfallstor nutzt der Wettbewerb geschickt aus: So basiert die IOTA, die Abkürzung steht für Internet of Things and Tangle, auf einer Innovation der ursprünglichen Blockchain – auf einem gerichteten azyklischen Graphen (DAG) nämlich, der als Tangle bezeichnet wird. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Verallgemeinerung und Vereinfachung des Blockchain-Protokolls. Das verringert nicht nur den enormen Rechenaufwand und erhöht die Geschwindigkeit, Transaktionen in IOTA bleiben darüber hinaus kostenlos. Will ein Nutzer einen Transfer initiierten, hat er zuvor zwei Transaktionen anderer Mitglieder zu prüfen. Hier reicht ein Administrator als Koordinator aus und wird sogar überflüssig, sobald das Netzwerk eine ausreichende Größe erreicht hat. Auf diese Weise ist die Zahl der gleichzeitigen Transaktionen nicht limitiert, sodass diese Innovation vor allem für die Industrie interessant ist. Hier seien nur Volkswagen und Innogy genannt, die gemeinsam mit IOTA die CarPass-Technologie entwickeln.

Neue Blockchain-Systeme in den unterschiedlichsten Bereichen

Auch Ethereum weicht von der Bitcoin-Philosophie in puncto Limitierung ab, öffnet die Blockchain-Technologie aber auch ganz bewusst anderen Branchen. War das Ethereum-Netzwerk zunächst dazu gedacht, den Verkauf und die Lizenzierung von Software und Apps zu demokratisieren, brachte die Gründung der Ethereum Group zusätzlich frischen Wind – und offenbar einen Sinneswandel bei JP Morgan. Neben vielen anderen Unternehmen trat die Bank nämlich ebenfalls der Ethereum Group bei, die das Potenzial der Blockchain-Technologie für andere Wirtschaftszweige gezielt erforschen will.

Einige Staaten stehen von vornherein dieser Innovation aufgeschlossen gegenüber, wie beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Deren Zentralbank äußerte sich nicht nur eindeutig und schloss ein Bitcoin-Verbot aus, sie wird sich darüber hinaus intensiver mit dem Thema befassen. Polen erkennt Bitcoin Unternehmen an, Russland und Südafrika wollen eigene Kryptowährungen auflegen. Die Blockchain im öffentlichen Sektor – das scheint für neun von zehn der im Rahmen einer IBM-Studie befragten Regierungen das Thema des kommenden Jahres zu sein.

Die Bilanz für 2017: Blockchain als Innovation mit riesigem Potenzial

Es bleibt nach einem turbulenten Jahre nun abzuwarten, ob die Skalierung des Bitcoin gelingt. Genauso ob ICOs als digitale Börsengänge zur echten Alternative in der Startup-Finanzierung avancieren und wie die Regulierungsbemühungen einiger Staaten ausgehen. Eines ist jedoch Fakt: Die Blockchain-Technologie ist mit Bitcoin & Co. aus einer Nische herausgekommen und steht nun voll im Scheinwerferlicht der Märkte. Dabei ist das Potenzial noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft, da ist noch Raum für manch eine Innovation, die das Zeug für Disruptionen in den unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft haben. Auch wenn dem Bitcoin über kurz oder lang regulatorische Zügel angelegt werden sollten – diese Technologie lässt sich nicht mehr aufhalten.
 

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