Kryptowährungen und die internationalen Börsen

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Wie reagieren die Börsen auf internationale Entwicklungen? Auf welchem Standpunkt stehen sie im Punkto Kryptowährungen?

Sie sind nach wie vor umstritten, stoßen in puncto Kryptowährungen doch zwei Lager frontal aufeinander – und doch zeigen die Bitcoin-Kurse an den Börsen nach oben. Schwankungen selbstredend inklusive. Wie geht es also weiter mit der Blockchain-Technologie?
Die aktuelle Börsen-Korrektur, die den Bitcoin innerhalb weniger Stunden de facto rund 200 US-Dollar gekostet hat, scheint den Kritikern der auf der Blockchain-Technologie basierenden Kryptowährung Recht zu geben – aber nur auf den ersten Blick. Die Vorteile einer derart dezentral aufgestellten und verwalteten Währung scheinen doch zu überzeugen. Neben Russland befassen sich auch andere Länder, wie beispielsweise Indien oder Schweden, mit dieser Alternative zur klassischen Papierwährung. Und das nicht ohne Grund.

Putin und der Krypto-Rubel – eine Meldung lässt aufmerken

Zunächst gab es Diskussionen dazu, dass Russland den Zugriff auf Kryptowährungen wie den Bitcoin begrenzen oder gar verbieten wolle. Eine Meldung des russischen Kommunikationsministers Nikolai Nikiforow in der Wochenzeitung „Argumente und Fakten“ (Russisch: AIK) lässt dies jedoch in einem ganz anderen Licht erscheinen: Russland will demnach eine eigene Kryptowährung einführen – den Krypto-Rubel. Man wolle sogar ausgesprochen schnell vorgehen, allerdings sollte die Kryptowährung im Gegensatz zum Bitcoin nicht dezentral angelegt sein und unter strengen Regeln von offiziellen Behörden ausgegeben werden. Es bleibt also abzuwarten, ob und wann der jederzeit eintauschbare Krypto-Rubel kommen wird. Interessant ist jedoch, dass das Thema generell und von oberster Stelle aufgegriffen wird.

Blockchain als Alternative zur indischen Rupie – Digitalisierung eines Landes

bitcoin-blockchain-fiatgeld-kryptowährung-digital-mobil-börsenIm Gegensatz dazu sieht die indische Regierung in der Blockchain-Technologie ein probates Mittel, die eigene Währung zu digitalisieren – naturgemäß mit Einschränkungen: Der größte Kritikpunkt am Bitcoin ist nämlich, dass er vollkommen unabhängig von den Zentralbanken funktioniert, wie Sudarshan Sen, der Executive Director der indischen Zentralbank, bemerkt. Deswegen forscht Indien in diese Richtung. Das erklärte Ziel: eine Fiat-Kryptowährung zu entwickeln, die unter dem Strich die physische Währung ersetzt. Vor diesem Hintergrund sind auch die Warnungen in Richtung Kryptowährungen zu verstehen, dass jeder Halter, Nutzer, Investor oder auch Händler dieser virtuellen Währungen auch die Risiken selbst tragen müsse. Es bleibt also abzuwarten, ob und wie schnell die indische Regierung diese Quadratur des Kreises hinbekommt.

Schweden im „War on Cash“ – Kryptowährung inklusive

money-war-schweden-cash-bargeldabschaffung-bargeld-digitalisierung-zahlungsverkehrMit Schweden reiht sich ein weiteres Land in den Kreis derer ein, die sich aktiv und konstruktiv mit einer auf der Blockchain-Technologie basierenden Kryptowährung befassen wollen. Schon seit 2010 reduziert sich der Bargeldumlauf in Schweden kontinuierlich, Plastikgeld ist ebenso auf dem Vormarsch wie Mobile Payment. Für die Riksbank, die schwedische Zentralbank, steht nun der Test einer eigenen Kryptowährung, die sich an das System des Bitcoin anlehnt, auf dem Programm. Bei einem positiven Ergebnis dürfte die Einführung einer staatlichen Kryptowährung wohl relativ schnell realisiert werden. Dies müsste dann natürlich auch die regulatorischen Erfordernisse mit umfassen.

Bitcoin & Co. – übertriebener Hype oder Siegeszug auch an den Börsen?

Quelle: coinmarketcap.com

Die Entwicklungen tendieren derzeit weit auseinander! Aus sehr verschiedenen Gründen laufen einerseits die Bestrebungen, den Umlauf des Bargeldes einzudämmen. In diesem Fall könnte es den klassischen Papier-Währungen generell an den Kragen gehen. Auf der anderen Seite interessieren sich nämlich die unterschiedlichsten Protagonisten für Kryptowährungen. Die Bandbreite reicht hierbei von Ländern wie Venezuela, Schweden oder Russland bis hin zur Europäischen Zentralbank (EZB). Sie wollen die eigene Papier-Währung durch eine digitale ergänzen oder komplett ablösen. (Mehr zur EZB und der geplanten Bargeldabschaffung hier: Bargeldabschaffung – Pläne, Gefahren, Vorteile). Und dann gibt es die Befürworter von Bitcoin und Co, die ihre Transaktionen einfach nur vollkommen unabhängig und sicher durchführen wollen. Diese Möglichkeit, sich dem Zugriff jeglicher Behörden zu entziehen und die Verwaltung mit Hilfe der Blockchain-Technologie dezentral aufzubauen, hat dem Bitcoin an den Börsen zu einem ungeahnten Höhenflug verholfen.
Und doch streiten sich die Geister immer noch um die Zukunft der Blockchain-Technologie: Einerseits wächst der Konsens, dass diese alternative Form des Geldes künftig die Bezahlvorgänge beherrschen wird. Das Potenzial wäre enorm, gäbe es da die Zentralbanken nicht, die natürlich jegliche Währung regulieren wollen. Das ist nun einmal ihre Aufgabe. Trotzdem erreichten die im Umlauf befindlichen Kryptowährungen Ende August einen Börsen-Wert von rund 170 Milliarden US-Dollar – was einem Wachstum von 850 Prozent seit Jahresbeginn entspricht. Die Alarmglocken der Zentralbanken dürften angesichts dieser Entwicklung laut schrillen, wissen die Regulatoren bislang ja nicht einmal, in welche Anlageklasse die Kryptowährungen eigentlich gehören. Es bleibt also spannend, die Kurse der Kryptowährungen an den Börsen im Blick zu behalten dürfte kurzweilig werden.

 

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